Die meisten Polypropylen-Typen sind isotaktisch aufgebaut. Der gleichmäßige Aufbau ist Ursache für den hohen Kristallisationsgrad und damit für im Vergleich zu PE-HD höhere Festigkeit und Steifigkeit sowie Schmelz- und Gebrauchstemperaturbereiche. Die Methyl-Seitengruppen verhindern eine enge Zusammenlagerung wie bei PE, daher hat isotaktisches Polypropylen (PP-I) auch eine etwas geringere Dichte. Syndiotaktisches Polypropylen (PP-S) ist transparent und sehr schlagzäh, allerdings weniger steif als isotaktisches PP. Ataktisches Polypropylen (PP-R) ist amorph, bei Raumtemperatur jedoch klebrig und wird vornehmlich als Vergussmasse in der Elektroindustrie sowie als Dicht- oder Dämmmasse verwendet.
Die elektrischen Isoliereigenschaften und die chemische Beständigkeit des unpolaren PP sind mit PE vergleichbar; PP ist etwas empfindlicher gegen starke Säuren und Oxidationsmittel. PP ist wie PE brennbar und nicht witterungsbeständig. Auch hier sind entsprechende Additive erforderlich.
Aufgrund seiner hohen Dehnbarkeit und seiner relativ hohen dynamischen Belastbarkeit erlaubt PP die Herstellung von Filmscharnieren.
Spezialtypen
Wichtige Spezialtypen und Copolymere sind:
- glasfaserverstärkte Typen (PP-GF) mit bis zu 40% Glasfasern für höhere Steifigkeit
- geschäumte PP-E-Typen (expanded) mit Dichten bis hinunter zu 10 kg/m3
- Copolymere mit Ethylen (EPM) oder mit Ethylen und Ethylidennorbonen, Dicyclopentadien oder 1,4-Hexadien (EPDM), bedeutende Synthesekautschuke mit guter Hitze- und Wetterbeständigkeit
- (PP+EPDM)-Blends, die zu den thermoplastischen Elastomeren zählen.
